Ohne JuAr Basel könnte die Dreirosen-Anlage leicht zum urbanen Unort verkommen

 

Seit elf Jahren ist JuAr Basel im Kopf der Dreirosenbrücke präsent, mit der Freizeithalle, dem Jugendzentrum und dem RiiBistro. Die Anlage, die dieses erfolgreiche Angebot umgibt ist zwar ein sehr schöner Freiraum für die Quartierbevölkerung, gleichzeitig ist sie aber auch eine kritische Zone, die sehr leicht zu einem urbanen Unort verkommen könnte. Unsere Mitarbeitenden stellen dort ein sehr starkes Regulativ dar. Ohne ihren permanenten Einsatz für Frieden und Sicherheit neben der Brücke, könnte die Stimmung nämlich sehr leicht kippen. Diesen Dienst an der Öffentlichkeit machen sie gratis, im eigenen Interesse – und er verlangt permanente Wachsamkeit.

 

Von Christian Platz, Präsident JuAr Basel

 

 

 

Kleines Welttheater in der Anlage

 

Es ist schon erstaunlich, wie viele Nutzergruppen, die aus ganz unterschiedlichen Kulturen stammen und ebenso unterschiedliche Anliegen mit sich bringen, in der Anlage neben der Dreirosengruppe zusammenkommen. Es ist fast schon ein kleines Welttheater, das sich hier Tag für Tag abspielt, wenn das Wetter einigermassen schön ist. Und nicht alle, die hier verkehren haben gute Absichten.

 

Allein die Sprachensituation ist hier babylonisch, die Interessen der Nutzergruppen könnten teilweise unterschiedlicher nicht sein – und das Konfliktpotenzial ist alles andere als gering.

 

Herausforderungsreiche Situation

 

Marc Moresi, Leiter der Freizeithalle Dreirosen, und seine Kolleginnen und Kollegen kennen sie alle. Die verschiedenen Gruppen, die sportlichen, die gemütlichen, die potenziell gewalttätigen, die Obdachlosen, die verwahrlosten Drogensüchtigen, die Dealer und die notorischen Unruhestifter. Das Team im Brückenkopf ist zum Glück mehrsprachig unterwegs, seine Mitglieder haben ganz verschiedene kulturelle Hintergründe, was die Kommunikation natürlich enorm erleichtert.

 

An schönen Tagen und Abenden wird die Situation in der Anlage aber oft ganz schön herausforderungsreich, manchmal sogar gefährlich. Dann ist besondere Wachsamkeit geboten.

 

Alles andere als Selbstverständlich

 

Die Arbeit, die das Team in der Anlage vollbringt, ist eigentlich alles andere als selbstverständlich. Schliesslich sind die JuAr Basel-Angebote im Brückenkopf sehr gut besucht, alle drei weisen enorm hohe Nutzungszahlen aus, einen Andrang, der oft genug an sich schon eine Herausforderung für die Teams darstellt. Zumal Freizeithalle und RiiBistro permanent junge Arbeitslose aus einem Einsatzprogramm beschäftigen, die ebenfalls intensiv betreut werden müssen.

 

Doch wenn die Stimmung in der Anlage kippen würde, hätte dies auch negative Konsequenzen für die Angebote. Zudem handelt es sich bei den meisten der festangestellten Team-Mitgliedern um erfahrene Profis aus der Sozialen Arbeit und der Offenen Jugendarbeit, die über die Fähigkeiten verfügen, solche Situationen in den Griff zu bekommen. In diesem Fall ein Glücksfall für die Stadt.

 

Inneres Radar für Probleme

 

Wer mit Marc Moresi über das Sozialbiotop Dreirosenanlage redet, stellt sofort fest, dass er die Kundschaft, die hier verkehrt bestens kennt. Viele mit Namen, auch die problematischen Figuren. Er, seine Kolleginnen und Kollegen haben ein inneres Radar für die Geschehnisse in der Anlage entwickelt. Und wenn etwas Seltsames läuft, sind sie sofort zur Stelle.

 

Gerade im Sommer bahnen sich hier immer wieder handfeste Konflikte an, gelangweilte Gruppen von Jugendlichen, Dealergruppen, Männer, die am Nachmittag schon weitaus mehr als ein Bier intus haben, geraten aneinander. Dabei kommt es oft genug zu kritischen Szenen, immer wieder auch zu Schlägereien. Gleichzeitig verkaufen hier Drogendealer ihre illegale Ware, in unmittelbarer Nähe von Sportzonen, auf denen sich Kinder und Jugendliche tummeln, in unmittelbarer Nähe von Angeboten für Jugendliche und zwei Sch