Schützt unsere Jugend: Ja zur Änderung des Gastgewerbegesetzes am 21. Mai 2017


Die Arbeit von JuAr Basel richtet sich an junge Menschen bis Mitte 20. Dies entspricht der zeitgemässen Definition von Offener Jugendarbeit. Der Alkoholausschank in Jugendzentren ist momentan komplett verboten. Auch wenn es sich um Jugendliche ab 16 (Bier) oder 18 (stärkere alkoholische Getränke) handelt, die in jeder Beiz Alkohol trinken können.

Von Christian Platz, Präsident JuAr Basel

Eine Information gleich vorneweg. In den Jugendtreff-Angeboten von JuAr Basel, die sich an jüngere Jugendliche richten, wird JuAr Basel nie Alkohol ausschenken. Die Besucherinnen und Besucher dieser Treffs werden auch keine alkoholischen Getränke sehen. Die Treffstunden sind komplett alkoholfreie Zeiträume – und dies wird auch so bleiben.

In der Abstimmung zur Änderung des Gastgewerbegesetzes geht es nun darum, das Alkoholverbot in Jugendzentren aufzuheben. Und JuAr Basel ist dafür. Worum geht es da genau?

Für zwei Bereiche unserer Arbeit hat der Alkoholausschank Bedeutung.

1. Raumvermietungen an Leute über 18

Beim ersten handelt es sich um die Vermietungen unserer Räume an junge Menschen oder Erwachsene, die über 16 oder über 18 Jahre alte sind. JuAr Basel ist zu zwei Dritteln von der Stadt finanziert. Ein Drittel unserer Mittel müssen wir selbst verdienen. Dies geschieht zu einem grossen Teil durch Raumvermietungen. Diese betreffen Abende, an denen wir die Räume nicht für die Jugendarbeit brauchen. Viele dieser Vermietungen, die übrigens zu moderaten Preisen erfolgen, betreffen Geburtstagsfeste. Da feiern Leute ihren 25., ihren 30. Ihren 40. Geburtstag. Diese Leute dürften, streng nach den Buchstaben des Gesetzes, an ihren Festen keinen Tropfen Alkohol trinken. Würden Sie einen Raum zu diesen Konditionen mieten?

Ein weiteres Feld sind Vermietungen der Räume für Maturafeiern. Hier ist die Kundschaft über 18 Jahre alt, sie darf also von Gesetzes wegen Alkohol durchaus trinken. Nun ist es so, dass solche Feiern im Ruf stehen, zu Trinkgelagen zu verkommen, wenn sie in einem komplett unkontrollierten Raum stattfinden. Nicht so bei JuAr Basel. Unsere Mitarbeitenden laden Jugendliche, die so eine Party bei uns planen nämlich zu intensiven Vorgesprächen ein. Dort wird über die Alkoholmenge diskutiert, die für ein Fest überhaupt eingekauft werden soll, dort wird der Verhaltenskodex für einen Anlass dieser Art besprochen, die Konfrontation von Einzelnen im Falle eines problematischen Konsums, und so weiter. Diese Anlässe gehen begleitet über die Bühne, das heisst Mitarbeitende von JuAr Basel sind anwesend.

Es kommt eben nicht zu Besäufnissen

Die jungen Veranstalter sind über dieses Coaching in den allermeisten Fällen sehr glücklich, auch bei deren Eltern geniessen sie – wie wir wissen – einen guten Ruf. Warum? Weil es dort eben nicht zu Besäufnissen und Abstürzen kommt. Ein bewusster, offener Umgang mit dem Thema macht es möglich. Wir begleiten die Jugendlichen eben, wir bevormunden sie nicht.

2. Veranstaltungen von jungen Erwachsenen

Der zweite Bereich besteht aus Veranstaltungen, die von jungen Erwachsenen auf die Beine gestellt werden. JuAr Basel schafft Gelegenheiten für junge Leute, kreativ tätig zu werden, auf ganz unterschiedlichen Ebenen. Dazu gehört auch das Organisieren von Konzerten, kleinen Musikfestivals oder Partys mit Tanz und DJs. JuAr Basel arbeitet in diesem Bereich als Ermöglicherin. Wir stellen den jungen Veranstalterinnen und Veranstaltern in einigen unserer Jugendzentren Räume, Technik und Know-how zur Verfügung.

Bier für Rock-Konzerte

Stellen sie sich vor: Eine Gruppe von 18- und 19-jährigen veranstaltet ein Rock-Konzert mit drei Bands. Der Anlass richtet sich an Jugendliche über 18 Jahre. Von der Buchung bis zur Planung des technischen Aufbaus, von der Werbung bis zur Arbeit am Abend selbst wird alles von dieser Gruppe übernommen, wieder werden sie dabei, je nach Bedarf, von unseren Mitarbeitenden gecoacht. Die jungen Veranstalter stecken natürlich viel Freizeit, Herzblut, Engagement in ihre Sache. Wenn das Konzert, bei dem es natürlich eine Einlasskontrolle gibt, nun vollständig alkoholfrei über die Bühne gehen muss, berauben wir diese engagierten jungen Menschen jeder Chance auf Erfolg. Denn Rock-Konzerte ohne jeglichen Bierausschank sind einfach nicht marktfähig. Dabei geht es den Besucherinnen und Besuchern, dies zeigt unsere Erfahrung, keineswegs darum, sich sinnlos zu betrinken. Meistens wird an solchen Anlässen massvoll Alkohol konsumiert. Wenn jemand doch einmal über die Stränge schlägt, wird diese Person von unseren Mitarbeitenden sensibel angesprochen. Auch hier gilt nämlich die Losung «Begleiten statt bevormunden».

Übrigens: seit vielen Jahren geht der Alkoholkonsum junger Menschen in der Schweiz stetig zurück, dies zeigen alle seriösen Studien klar auf. Wer etwas anderes verbreitet, ist entweder schlecht informiert – oder handelt absichtlich in irreführender Art und Weise.

Vernünftiger Umgang mit gesellschaftlichen Realitäten

Alkoholkonsum, liebe Leserinnen und Leser, ist eine gesellschaftliche Realität. Moderne Jugendarbeit muss Realitäten Rechung tragen, sie thematisieren und einen vernünftigen Umgang damit fördern. Genau dies tut JuAr Basel seit Jahren. Bitte helfen Sie uns dabei, den Weg aus einer rechtlichen Grauzone zu gehen, die nicht mehr zeitgemäss ist – und die es in keinem anderen Kanton der Schweiz gibt. Stimmen Sie am 21. Mai Ja zur Änderung des Gastgewerbegesetzes.

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T +41 61 683 72 20

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