Grossartiges Pärkli Jam 2017 mit «Zeal & Ardor»: Dahinter steckt zeitgemässe, hoch-partizipative Jugendkulturarbeit

Als die JuAr Basel/BFA vor 75 Jahren gegründet wurde, wollten Erwachsenen etwas für die Jugendlichen machen. Natürlich ist dies auch heute noch eine wichtige Aufgabe unserer Organisation. JuAr Basel macht heute aber nicht nur Angebote für Jugendliche, sondern auch sehr viele mit Jugendlichen zusammen – und zwar von der Konzeption bis zur Durchführung. Bei einer dritten Kategorie von Angeboten sind Jugendliche und junge Erwachsene sogar deren Hauptakteure, gecoacht von unseren Teams. Das «Pärkli Jam» ist ein hervorragendes Beispiel dafür.

 

Von Christian Platz, Präsident JuAr Basel

 

(Bild: Alain Appel, http://alainappel.com/)

 

 

Zweifellos der Höhepunkt

 

Der Auftritt der Band «Zeal & Ardor», am 24. Juni 2017, war zweifelsohne der Höhenpunkt des 14. Pärkli Jam, eines Festivals, das auf dem Boden von JuAr Basel entstanden ist. Es war keineswegs einfach und nicht ganz billig, diese junge Band aus der Region, die in ganz kurzer Zeit zu einer äusserst angesagten und heissen Kiste geworden ist, in den St. Johanns-Park zu bringen. Doch das «Badhuesli Jugend und Kultur» machte es möglich mit einem Zustupf seiner Mutterorganisation JuAr Basel.

 

Schliesslich haben wir das Festival dieses Jahr zu einem offiziellen Teil der Feierlichkeiten zum 75. Geburtstag unserer Organisation erklärt.

 

Starke Ausstrahlung und Sogwirkung

 

Dieses ganze Festival ist ein eigentlicher Höhepunkt im Jahreskalender von JuAr Basel, Jahr für Jahr. Es dauert jeweils drei Tage und bietet eine enorme Vielfalt an Aktivitäten für alle Generationen. Das ausgedehnte Musik- und Tanzprogramm  ist die eine Seite der Medaille, die andere besteht aus jeder Menge Spiel, Sport, Spass, Gastronomie, aus Begegnungen und kulturellem Austausch.

 

Es ist inzwischen zu einem bedeutenden Anlass für das ganze Quartier geworden, dessen Ausstrahlung, dessen Sogwirkung jedoch die ganze Region erfassen. Tausende von Menschen besuchen es heute. Die Anfänge waren einst deutlich bescheidener.

 

Magnet für junge Kulturschaffende

 

Das «Pärkli Jam» entstand im Jahr 2004. Seine Brutstätte war das Jugendzentrum Neubad von JuAr Basel. Ein Ort, an dem viele junge Bands und Tanzgruppen proben und sich austauschen. Bis 2009 wurde das Festival im Schützenmattpark durchgeführt.

 

2010 wechselte es dann in den St. Johanns-Park, weil dieser einfach bessere Voraussetzungen für einen derartigen – stetig wachsenden – Anlass bot. Das Badhuesli, der dortige Standort von JuAr Basel, ist ebenfalls schon lange ein Magnet für junge Kulturschaffende. Dort entwickelte sich der Anlass zu dem, was er heute ist, von der Dimension her und bezüglich des Konzepts, das dahinter steckt.

 

Struktur und Inhalt

 

Zunächst einmal steckt vor allem eins hinter einer dreitägigen Veranstaltung dieser Grössenordnung: Jede Menge Arbeit, Planung, Organisation, Durchführung – und natürlich steckt der Teufel dabei meist in den kleinen Details, die eben auch stimmen müssen, um das Gelingen sicherzustellen. Eine weitere Dimension des «Pärkli Jam» ist seine exzellente Vernetzung im Quartier. Auch diese verlangt einiges an Kommunikation, Austausch, Kleinarbeit.

 

Schon bald beschloss das Team (Leitung: Roman Hueber) das Festival als hochgradig partizipativen Anlass zu gestalten, im Sinne zeitgemässer Jugendkulturarbeit. Ein Festival besteht ja immer aus zwei Seiten: Struktur und Inhalt, die Hand in Hand gehen müssen, auf dass das ganze Uhrwerk am Ende ungestört laufen kann.

 

(Bild: Alain Appel, http://alainappel.com/)

 

 

Junge Menschen ziehen die Fäden

 

Die Arbeiten rund um das Festival sind natürlich in Ressorts eingeteilt, die wohl koordiniert wirken und weben. Das Team des Badhuesli kümmert sich um die Gesamtkoordination, die Vernetzung mit Behörden und den Partnern im Quartier – und es coacht jene, die alle Inhalte entwickeln und bringen.

 

Denn alle Ressortverantwortlichen, alle Inhaltsgestalterinnen und –gestalter, alle Macherinnen und Macher am «Pärkli Jam» sind junge Kulturschaffende und junge Menschen, die an einer Grossveranstaltung tatkräftig mitwirken wollen. Sie suchen die Inhalte aus, sie bespielen das gesamte Festival. Das Team wirkt im Hintergrund. Als Instanz, die Dinge ermöglich, kritisch reflektiert, Aktivitäten, wenn nötig, kanalisiert.

 

Nachhaltige Entwicklung

 

Ziel der ganzen  Struktur ist eine nachhaltige Entwicklung des «Pärkli Jam». Junge Erwachsene sollen hier die volle Verantwortung übernehmen, das Festival aktiv gestalten. Nach einem gewissen Zeitraum übergeben sie ihre Posten dann an nachrückende, jüngere Macherinnen und Macher. Und diese Rechnung geht bestens auf.

 

Dieses Festivals ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie man heute etwas für junge Menschen auf die Beine stellt, zeitgemässe Jugendkulturarbeit in Reinkultur eben.

 

 

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