Vorwort Sommer-Newsletter JuAr Basel 02/2018

Liebe Leserinnen 

Liebe Leser

 

Schon ist es Sommer geworden. Die langen

Ferien stehen vor der Tür. Basel wird von jener mediterranen Stimmung erfasst, welche die leicht neurotische Stimmung, die zum Grundcharakter unserer Stadt gehört, für einen sonnigen Moment aufhebt. Alles sucht die öffentlichen Zonen auf, alles will unter dem blauen Himmelszelt verweilen, so lange, so oft, wie es geht. Auch die Kundschaft von JuAr Basel: Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

 

Diese scheinbare Leichtigkeit

 

Dies spielt für unsere Organisation natürlich eine Rolle. Auf ganz verschiedenen Ebenen. Etwa beim Pärkli Jam, der immer kurz vor den Sommerferien im St. Johanns-Park über die Bühne geht. Ein hochgradig partizipativer Anlass, dessen Epizentrum in unserem Jugendzentrum Badhuesli liegt, wo dieses grossartige Festival jedes Jahr professionell vorbereitet wird, wobei die Jugendlichen für Inhalte und Umsetzung verantwortlich sind, unterstützt von einem Team, das genau weiss, was es macht. Und deshalb wird der Anlass für Jung und Alt jedes Jahr zu einem Höhepunkt, der so phantastisch über die Bühne geht, dass man fast vergessen könnte, wie viel Knochenarbeit, Know-how und Herzblut dahinter steckt. Aber jene scheinbare Leichtigkeit, wie sie das Pärkli Jam kennzeichnet, verlangt von den Macherinnen und Machern eines Anlasses immer besonders starken Einsatz.

 

Multikulturelles Biotop

 

Mit einer anderen Seite des Sommers bekommen es unsere drei Angebote im Kopf der Dreirosenbrücke zu tun. Die Anlage, die dieses Zentrum umgibt, ist ein multikulturelles Biotop, das genau jenen Effekt der zwanglosen Begegnung, der kulturellen und soziodemographischen Mischung auslöst, von dem zeitgenössische Urbanisten/-innen schwärmen. Die Kehrseite davon ist ein dauernd schwelendes Konfliktpotenzial, denn die Anspruchgruppen, die hier aufeinandertreffen, haben sehr unterschiedliche Interessen. Deshalb hat es sich in den letzten zwölf Jahren ergeben, dass die Team-Leute von JuAr Basel, die hier arbeiten, sehr viel Zeit und Energie, Vermittlungs- und Vernetzungsarbeit in diese Anlage investieren, weil die Stimmung im Brückenkopf und jene in dessen Vorgarten zutiefst voneinander abhängen. Nutzende, Anwohner, Quartierorganisationen sowie die involvierten Behörden sind unseren Leuten sehr dankbar für diesen Einsatz, den niemand anderes so leisten kann. Unsere Verhandlungspartner bei der Stadt, mit denen wir über Finanzen diskutieren, nicken diese grosse Arbeit und dauernde Einsatzbereitschaft freundlich ab, sehen sie als Beitrag, den das Team aus Eigeninteresse leistet – beteiligen sich allerdings nicht an der Finanzierung. In diesem Newsletter finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, deshalb erneut einen Bericht über die Situation.

 

Noch enger

 

Weiterhin kämpfen wir zudem um die Finanzierung unserer Jugendberatung, ein Angebot, welches von allen fachlichen Institutionen in Basel anerkannt und hochgradig respektiert wird.  Seit Jahrzehnten ist diese Stelle ein Kompetenzzentrum für niederschwellige psychosoziale Beratung für Jugendliche und junge Erwachsene, die teilweise tief in der Klemme stecken. Vielen hat sie schon geholfen, sie könnte durchaus auch noch mehr leisten. Leider können wir uns nur zwei Teilzeitstellen leisten, um dieses wichtige Feld zu beackern, auf dem es oft genug brennt.  Deshalb führen wir seit Jahren eine Warteliste für neue Beratungsfälle. Momentan warten 80 junge Menschen. Schon vor geraumer Zeit haben wir angefangen, diese Problematik schwerpunktmässig zu bearbeiten. Resultat: Die Finanzierung der Jugendberatung hat beim Erziehungsdepartement von der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zur Jugendhilfe gewechselt. Bei den Verhandlungen über die Finanzierung des Angebots – für die nächsten vier Jahre – mussten wir feststellen, dass dieser Wechsel die Situation offenbar nicht verbessert, sondern noch enger macht. Und zwar dergestalt, dass wir um den Weiterbestand des Angebots in dieser Form fürchten müssen. Für uns eine böse Überraschung. Wir halten Sie, liebe Leserinnen und Leser, über die Situation auf dem Laufenden.

 

Auf dem richtigen Weg

 

Über diese Schwierigkeiten wollen wir aber das viele Positive nicht vergessen, das sich bei – und rund um – JuAr Basel ereignet, in unseren Angeboten, die jedes Jahr von abertausenden von Basler Jugendlichen intensiv, freiwillig und gerne genutzt werden. Solange dies der Fall ist, wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auf einem guten Weg scheinen wir auch im Jugendhuus Eglisee zu sein, wo sich eine Vergrösserung der Räumlichkeiten abzeichnet, Aber – halt – ich darf darüber noch nicht zu viel verraten...

 

Verraten darf ich, dass ich als Präsident von JuAr Basel wieder grosse Freude an unserem internen Sommerfest hatte, das diesmal von Niko Grubesa, Leiter Tagesstruktur Dreirosen, mit jenem Elan, der für ihn typisch ist, auf die Beine gestellt wurde. Im Rahmen der vielen Gespräche und Begegnungen, die so ein Fest ermöglicht, durfte ich einmal mehr feststellen, was für inspirierte, motivierte, gewissenhafte und sympathische Leute für JuAr Basel arbeiten, die Leute, die mit Verstand und Herz zur Sache gehen. Darauf bin ich stolz.

 

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen wunderbaren Sommer – und viel Spass bei der Lektüre dieses Newsletters.

 

Herzlich

 

One Love

 

Christian Platz, Präsident JuAr Basel

 

 

Teilen
Please reload

Aktuelle Einträge