Jugendapp – auf dem Weg zur digitalen Jugendarbeit

Diesen November wird die neue Jugendapp auch in Basel aufgeschaltet. Entstanden ist dieses zukunftsweisende Projekt in Winterthur, in hochgradig partizipativer Manier. Nun wird die App in einem Kanton nach dem anderen etabliert. Albrecht Schönbucher, Geschäftsführer von JuAr Basel, ist dabei schon seit einiger Zeit tatkräftig involviert: «Die App ist klar ein wichtiger Schritt in Richtung digitale Jugendarbeit», so seine Einschätzung.

 

Anfang in Winterthur

 

Angerissen wurde das Projekt von einem engagierten Jugendarbeiter, im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Jugendinformation in Winterthur, sein Name ist Rafael Freuler. Angefangen hat es mit einer Bedarfsanalyse für eine derartige App. Eine solche Analyse wurde später ebenfalls in unserem Kanton im Auftrag von JuAr Basel durchgeführt, die Rafael im Rahmen seines Masterstudiums durchführte. Der Bedarf war klar gegeben. Also haben sich Macher aus der Jugendarbeit und der digitalen Welt zusammengetan – und die vielseitige Jugendapp erschaffen, die nun im App-Store erhältlich ist.

 

In elf – eher ländlichen – Regionen wird die App bereits emsig mit einer Vielfalt an Infos und Serviceangeboten für Jugendliche gefüllt, im Wallis sogar bereits in französischer Sprache. Basel wird die erste grössere Schweizer Stadt sein, die mitmacht, alsbald wird auch Bern nachziehen.

 

 

«jugendarbeit.digital»

 

Natürlich enthält die App Informationen über Angebote der Jugendarbeit, über jugendkulturelle Veranstaltungen und Aktivitäten, auch darüber, wo sich Jugendliche Rat und Hilfe holen können. Zudem ist eine Sackgeld-Jobbörse enthalten, ein «Buddy Scout» ­– eine Funktion, mit der Gleichgesinnte für Projekte und Aktivitäten aller Art gefunden werden können, eine Rechtsberatung für junge Menschen, eine Stadtkarte mit wichtigen Jugendeinrichtungen und Lieblingsorten, eine Chatfunktion sowie ein Kalender, der Termine bringt, die für Jugendliche von grossem Interesse sind.

 

Zudem gibt es aber auch News für junge Menschen, die von einer Redaktion im gleichen Alter geschrieben und redigiert werden. Das Ganze ist ein zeitgemässes Unterfangen, das einfach erfunden werden musste. Getragen wird das ganze von einem eigens gegründeten Verein, er heisst «jugendarbeit.digital».

 

 

Albrecht Schönbucher war sofort interessiert, als er erstmals vom Projekt hörte: «Das ist ein hoch-dynamisches Projekt, das genau zur richtigen Zeit kommt. Ich realisierte aber schnell, dass an der Basler Version nicht nur JuAr Basel mitwirken sollte, sondern dass es sich hier um eine Sache handelt, die nach einer weiteren Vernetzung verlangt. Unter dem Motto – weg vom Gärtchendenken...».

 

 

15 Institutionen an Bord

 

Und genau das ist ihm auch gelungen, als Vorstandsmitglied der «IG Kind und Jugend Basel», in der die wichtigen Player der hiesigen Jugendarbeit organisiert sind, konnte er die Sache auf eine breite Basis stellen. Sehr schnell konnten auch Michel Eisele von der Mobilen Jugendarbeit und Infoklick.ch als Partner für erste Vorbereitungsarbeiten gewonnen werden, weitere kamen hinzu.

 

Gut 20 Jugendarbeitende aus ungefähr 15 Institutionen sind inzwischen an der Basler Version beteiligt. Eine Steuergruppe aus den Reihen der IG kümmert sich um die Sache, auch Albrecht Schönbucher wirkt dort begeistert mit. Für die Koordination der Kiste konnte eine kleine Stelle geschaffen werden, die nun mit dem engagierten Jugendarbeiter Joel Pregger besetzt werden konnte, der mit grossem Elan bei der Sache ist. In 5 verschiedenen AGs basteln nun Jugendarbeitende, teilweise bereits mit Jugendlichen, an den konkreten Modulen der App. Ziel ist es, dass der Löwenanteil der Inhalte von Jugendlichen gemacht wird, die ihre Interessen sowie jene ihrer Kolleginnen und Kollegen ganz direkt in die App einfliessen lassen.

 

Erziehungsdepartement wenig begeistert, Stiftungen helfen

 

Denn eins ist klar, diese App muss sofort einschlagen – und danach in hohem Takt Inhalte liefern, sonst wird das nichts, angesichts der Überfülle des digitalen Universums unserer Zeit. Albrecht Schönbucher: «So wie die Sache jetzt aufgestellt ist, bin ich sehr optimistisch, dass es auch in Basel klappt. Es ist prima, dass die Konzeption, die Gestaltung und Programmierung der App zentral gemacht wurden und sich nun immer mehr Regionen mit ihren Inhalten daran beteiligen können. Das ist eine grosse Chance.»

 

Als die App dem Basler Erziehungsdepartement vorgestellt wurde, war man dort recht kritisch gegenüber der Sache und wollte keine Mittel locker machen. Zum Glück gelang es der Steuergruppe aber, die Christoph Merian Stiftung und die Sulger Stiftung an Bord zu holen. So konnte ein Budget von 110'000 Franken zusammengetragen werden, das den Start und die ersten zwei bis drei Betriebsjahre ermöglicht. Im November wird es dann ernst – und der Basler Beitrag an der Jugendarbeit geht live!

 

Teilen
Please reload

Aktuelle Einträge