Das Erfolgsprojekt «Ich bin mehr» geht in die nächste Phase

Über das «Knigge-Projekt» von JuAr Basel wurde damals, im Jahr 2012, während seiner ersten Durchführung im Jugendzentrum Dreirosen, von Niels Waibel ein grossartiger Dokumentarfilm gedreht, der sehr viel Aufmerksamkeit generierte. Danach tourte das Projekt durch viele Jugendhäuser der Schweiz. Nun geht «Ich bin mehr» in eine nächste Phase. Diese wurde im Rahmen einer «Messe Party» eingeläutet – im Kleinbasler Kopf der Dreirosenbrücke, am 29. März dieses Jahres.

«Über den Umgang mit Menschen»

 

Die Jugendarbeiterin Waltraud «Waldi» Waibel hat das Projekt «Ich bin mehr – mach mehr aus Dir» 2012 angerissen und konzipiert. Dies, nachdem sie sich an einem Nachmittag im Jugendzentrum Dreirosen über die ultra-vulgäre Sprache einer jungen Mädchengruppe genervt hatte. Im Zentrum des Projekts standen deshalb altvertraute Themen, die im Grunde aber nichts an Gewicht für unserer Gesellschaft eingebüsst haben, nämlich Anstand, sozialverträgliches Benehmen und anständiger Umgang.

 

«Knigge»

 

Deshalb wurde das Projekt alsbald mit einem Namen versehen, der eng mit gutem Benehmen verknüpft ist: «Knigge». Also nach dem alten Freiherrn von Knigge, der 1788 seinen berühmten Ratgeber veröffentlicht hat: «Über den Umgang mit Menschen». Damit wurde sein Geschlechtsname zum Synonym für Benimmeregeln.

Mit Engagement und Freude

 

Waltraud Waibel hat das Projekt so clever angedacht, dass es bei den Jugendlichen des 21. Jahrhunderts nicht nur funktionierte, sondern auf grosse Begeisterung gestossen ist. Inzwischen ist Waldi pensioniert. Zum Glück ist sie uns aber erhalten geblieben, als Vorstandsmitglied von JuAr Basel – und für «Ich bin mehr». Zusammen mit unserem Geschäftsführer Albrecht Schönbucher gelang es ihr, das Projekt auf eine Schweizer Tournee zu schicken, durch viele Jugendhäuser, finanziert von der Mercator-Stiftung, Migros-Kulturprozent und der Gesundheitsförderung Schweiz: Eine fantastische Erfolgsgeschichte für JuAr Basel. Zahlreiche Expertinnen und Experten haben an diesem Projekt mitgewirkt, mit Engagement und Freude, haben den Jugendlichen den guten Ton vermittelt, gutes Benehmen beigebracht. Deshalb wird «Ich bin mehr» nun fortgesetzt, es geht in eine neue Phase. 

 

«Was ist no go?»

 

Der zweiten Auflage wurde nun der folgende kurze Text vorangestellt: «Kondom geplatzt – was nun? Vorstellungsgespräch und mega nervös – was hilft schnell? Kein Geld fürs Studio, wenig Zeit – Fitness trotzdem kein Problem – wie geht das? Lehre geschmissen, jetzt alles aus? Dem Chef das Du anbieten – ist das korrekt? Ich im Netz – was ist no go? Diese oder ähnliche Fragen beschäftigen viele Jugendliche – und viele von ihnen finden keine geeigneten Antworten darauf in ihrem Umfeld.» Gestartet wurde sie mit einer «Messe Party» im Jugendzentrum Dreirosen.

Informationen und Diskussionen

 

Am 29. März stellten also Expertinnen und Experten für alle möglichen Fragen Stände in den Räumen des Jugendzentrums und des RiiBistro im Kopf der Dreirosenbrücke auf. Zielpublikum der Veranstaltung waren Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren, die dann auch massenweise zur Veranstaltung strömten und fröhlich mitwirkten. Knigge-Trainer, Theaterregisseur, Liebesspezialisten, Fitnesstrainer, Netzexperten oder Berufsfachleute standen den Jugendlichen an den Ständen zur Verfügung, für Informationen und Diskussionen zu den Themen, welche die Kids heute beschäftigen. Ein professionelles Filmteam begleitete das Geschehen, das Resultat werden verschiedene Trailer sein, die allen Interessierten auf einem speziellen YouTube-Kanal zugänglich gemacht werden. Ziel der Neuauflage des Projekts ist es, nach Rücksprache mit vielen Jugendlichen, weitere Themenbereiche einzubeziehen und über Social Media weitaus mehr Jugendliche zu erreichen. Ihr Selbstvertrauen und ihr Selbstbewusstsein sollen gestärkt werden. Die eigenen Möglichkeiten, Fähigkeiten und Handlungskompetenzen sollen bewusst gemacht, neue Strategien erlernt und dadurch die Zukunftschancen der Beteiligten erweitert werden.

 

Der Messe-Abend war sehr ermutigend, die Jugendlichen haben mitgemacht – und die Fachleute, darunter die Jugend- und Präventionspolizei BS, die Berufsberatung, das InTeam Basel, das für Motivation, Lehrstellensuche und Arbeit in der Prävention agiert, die Medizinischen Dienste «Prävention» des Gesundheitsdepartements BS, der zertifizierte Knigge-Trainer, Hotelier und Sternegastronom Rainer Wiedmer und der Filmregisseur Niels Waibel, die beide von Anfang an bei «Ich bin mehr» engagiert waren, sowie der Theaterregisseur und Psychologe Luzius Heidrich, wurden von den Jugendlichen genauso gefordert, wie sie es sich erhofft hatten.

 

Lesen Sie gerne auch noch den Bericht aus der Basler Zeitung über die Messe-Party: www.bazonline.ch/31116026

 

Zum Trailer des Dokumentarfilms von Niels Waibel:

www.ichbinmehr.ch/Home/Film.html