Jugendarbeit in den Bibliotheken der GGG: Grenzenlos kreativ

Bildende Kunst und Literatur, lesen, schreiben, malen, basteln, Themen recherchieren und nach Lust und Laune aufbereiten. Unsere Jugendarbeit in den Quartierfilialen der GGG ist ein Hort der – beinahe – schrankenlosen Kreativität. In den letzten Jahren hat Kerstin Abstreiter diese Arbeit geprägt, gehegt, gepflegt. Und ihr Kreativgarten ist prächtig gediehen. Nun verlässt sie uns, in Richtung Selbständigkeit, was schon immer eines ihrer Ziele war. Ihr Kreativclub wird allerdings weiterhin bestehen. Vor ihrem Abgang haben wir sie zu einem lockeren Newsletter-Gespräch über ihre Arbeit und deren Hintergründe getroffen.

Traummaschine

Ihre ersten Erfahrungen mit der Kinder- und Jugendarbeit hat Kerstin in Bayern gemacht, wo sie herkommt. Von Anfang an hat sie kreative Projekte geliebt, Sachen, bei denen man gemeinsam etwas entwickelt, je verrückter, desto besser, das dann künstlerisch umgesetzt wird. Ihr Startpunkt war ein Abenteuerspielplatz, dann kam Kerstin in die Schweiz, nach Herzogenbuchsee, und machte in einem Jugendhaus Kinderarbeit. Sie hat mit Kids zusammen ein ägyptisches Museum aufgebaut, eine ausgetüftelte Traummaschine in die Welt gesetzt, hat für einige ihre vielen Projekte auch Preise gewonnen. Und dann kam sie zu JuAr Basel, übernahm die Jugendarbeit, die wir im Auftrag der GGG in deren Quartierbibliotheken (und im Schmiedenhof, aber dies ist ein anderer Schauplatz) durchführen, mit grossem Erfolg.

In Bibliotheken rumhängen

Gundeli, Bläsi und Breite sind die Wirkstätten des Kreativclubs, den Kerstin aufgezogen hat. Hintergrund unserer GGG-Projekte war ja der Umstand, dass sich immer mehr Kinder und junge Teenager in den Bibliotheken versammelten, sie als Treffpunkte aufsuchten, als Orte, an denen man rumhängen kann. Dabei kam es zu Problemen mit den anderen Nutzerinnen und Nutzern der Häuser, manchmal auch mit dem Personal, denn die Versammlungen der Kids wurden zwischendurch laut und nervig. JuAr Basel entwickelte also Konzepte, im Auftrag der GGG, durch die Offene Jugendarbeit wirksam in den Bibliotheken installiert werden kann. Mit Erfolg, hat sich doch in den letzten Jahren eine Zusammenarbeit entwickelt, die für beide Seiten sehr befriedigend und inspirierend ausfällt.

«Ihr seid hier nicht in der Schule»

Kerstin: «Es bietet sich in einer Bibliothek ja an, Kunst und Literatur miteinander zu vermischen, entlang dieser Themen kreative Experimente zu machen. Ein Beispiel dafür war unser Projekt ‚Text trifft Kunst’. Dabei haben Künstlerinnen und Künstler auf die Texte von Autorinnen und Autoren reagiert, am Ende gab es eine Vernissage, die Arbeiten wurden natürlich alle von unseren Jugendlichen geschrieben und gestaltet. Teilweise mit Anregungen von Künstlerinnen, die wir eingeladen haben. Man braucht nur Ideen und eine Menge Material für das Schreiben, Malen, Basteln, schon werden die Kids erstaunlich kreativ. Vor allem, weil ich ihnen einen Gedanken immer wieder vermittle – Ihr seid hier nicht in der Schule, ihr werdet nicht bewertet, wir machen hier etwas miteinander, Ihr dürft Eure Kreativität voll ausleben. Und dann gibt es kein Halten mehr.»

Entdeckungsreise

Tatsächlich entdecken Jugendliche im Kreativclub den Zugang zur Literatur, finden den Weg vom Lesen zum eigenen Schreiben. Und wenn sie Mühe haben, ihre Geschichten selber zu tippen, dann erzählen sie einfach – und jemand anderes schreibt auf. Schon sprudelt die Fantasie. Im Kreativclub sind seit 2015 viele solche Projekte über die Bühne gegangen, Comics, dreidimensionale Arbeiten, Kurzgeschichten und vieles mehr sind dabei entstanden. Eine lustige Episode von Kerstin zeigt einen möglichen Weg auf, der Jungendliche in die Welt der Bücher eintauchen lässt: «An einem Nachmittag ist es plötzlich zu Tränen gekommen. Einige Kids mussten für die Schule Vorträge vorbereiten, aber alle Computerplätze in der Bibliothek waren besetzt. Da habe ich ihnen gesagt – hey, wir sind doch hier in einer Bibliothek. Hier findet Ihr massenweise Bücher, mit deren Hilfe Ihr Eure Vorträge recherchieren könnt, ich habe Papier und Stifte, auch so kann man ein Manuskript erarbeiten.» Und schon beginnt die Entdeckungsreise in die Welt der Bücher – und der Frust verwandelt sich in Spass.

Die Reise wird weitergehen

Die Reise des Kreativclubs wird weitergehen, auch wenn Kerstin nicht mehr an Bord ist, die Grundlagen dafür sind geschaffen. Kerstin wird nun ihr eigenes Ding drehen. Unter dem Namen «Kreativmütze» will sie altersübergreifende Projekte machen, Menschen aus unterschiedlichen Generationen auf der kreativen Ebene zusammenbringen. Wir wünschen ihr dabei viel Glück!

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JuAr Basel

Theodorskirchplatz 7

CH-4058 Basel

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