Zur Pensionierung von Inge Born


«Es ist am Ende nur die Güte des Menschen, die zählt…»

«...wenn man manchmal streng sein muss, sollte auch das auf der Grundlage dieser Güte geschehen». Dies ist eine der Grundüberzeugungen von Inge Born. Sie lacht, nachdem sie den Satz gesagt hat, in ihrem paradiesischen Garten, mitten im Herzen von Kleinhüningen, wo sie seit über 40 Jahren wohnt. Sie hat für JuAr Basel das RiiBistro im Kopf der Dreirosenbrücke konzipiert, aufgebaut, geführt – eine Kleinbasler Erfolgsgeschichte: Hervorragendes Essen, kombiniert mit Inges ganz eigener Variante von sozialer Arbeit. Denn im Bistro arbeitet das Team mit jungen Menschen aus einem Arbeits-Einsatzprogramm zusammen, die alle recht schwere Päckchen mitbringen. Trotzdem ist es ein professioneller Gastro-Betrieb, der vor allem laufen muss. Inge konnte diese Ausgangslage immer gekonnt ausbalancieren – das wirkte bei ihr niemals angestrengt (obwohl es sicher oft genug anstrengend war), vielmehr scheint es einfach ihrer Natur zu entsprechen.

Von Christian Platz

Eine fast schon radikal wirkende positive Einstellung

Inge Born und ihre Schwester Waltraud «Waldi» Waibel sind in Inzlingen aufgewachsen, in der unmittelbaren deutschen Nachbarschaft von Basel. Beide haben sie jahrelang bei der BFA/JuAr Basel gewirkt, beide haben etwas mitgebracht, das alle, die ihnen begegnen, sofort spüren: eine durch und durch, eine fast schon radikal wirkende positive Einstellung den Menschen und der Welt gegenüber. In den 1970er und 80er Jahren sind sie nach Basel gekommen, zuerst hat Inge ihren Wohnsitz hier gefunden, dann kam «Waldi» zur Arbeit, jahrzehntelang, blieb aber in Deutschland wohnen. Inge Born: «Es ist schon lustig – als ich in Kleinhüningen eingezogen bin, da hörte ich, dass es hier einen Jugendtreff der BFA namens Fischerstübli gebe, der eine neue Mitarbeiterin suche. Ich habe meiner Schwester den Tipp gegeben und sie hat die Stelle bekommen.»

Jahrzehnte später, 2006, «Waldi» genoss in Basel inzwischen schon einen Legendenstatus als herzliche und fuchsschlaue Jugendarbeiterin, baute die BFA das Jugendzentrum Dreirosen auf, mit einem Treff, der Freizeithalle und – eben – diesem RiiBistro, da wurde Inge angefragt, den neuen Gastrobetrieb zu leiten: «Ich hatte damals auch ein Angebot vom Jugendheim des FC Basel auf dem Tisch, entschied mich aber für das Bistro. Anfangs arbeitete ich in beiden Betrieben parallel, das waren strenge Tage, selbst für jemanden, der die Härten der Gastronomie kennt. So bin ich mit meiner Schwester unter ein Dach gekommen. Sie hat mir einmal gesagt, dass es für sie ein unglaublich beruhigendes Gefühl sei, dass wir beide im Dreirosen arbeiten – das habe ich genau gleich erlebt.»

Innere Überzeugungen