Basel Cypher: Endlich wieder ein Grossevent im Badhuesli





Es ist eine typische JuAr Basel-Geschichte: ein junger Rapper bringt eine gute Idee, einige Bekannte mit ausgezeichneten Skills sowie das Team des Badhuesli Jugend und Kultur unterstützen ihn – und schon ist die Basel Cypher geboren, ein Online-Event, an dem über 70 Künstler*innen teilgenommen haben, das auch auf youtube ganz schön Wellen geworfen hat.


Von Christian Platz, Präsident JuAr Basel


Linus Pedrojetta hat im Badhuesli seinen Zivildienst abgeleistet, er ist mit diesem Angebot von JuAr also bestens vertraut. Am letzten Pärkli Jam vor der Corona-Krise war er für die Open Mic-Beiträge zuständig. Er ist selber Rapper, sein Künstlername ist Fenton – und er ist daran interessiert, Veranstaltungen in seinem Genre aufzuziehen. Im PurplePark – dem JuAr Basel-Haus im Gundeli – hat er erste Erfahrungen gesammelt. Dort hat er nämlich seine ersten kleinen Cyphers veranstaltet. Cypher, das Wort weist auf chiffrierte Botschaften hin, im Rap ist damit ein Anlass gemeint, bei dem die Texte frei improvisiert werden, frisch, roh und wuchtig.


Gipfeltreffen

Die Basel Cypher wurde zum Gipfeltreffen im St. Johann, Rapper*innen aller Stilrichtungen, aus allen aktiven Altersgruppen waren dabei – unter anderem die beiden Basler Dialektschwergewichte Black Tiger und Pyro. Linus: «Diversität war uns besonders wichtig, deshalb haben wir uns beispielsweise auch nicht alleine auf Dialekt-Rap konzentriert, alle Sprachen waren willkommen. Unser Ziel war es, diese Cypher als Plattform für die Szene zu benutzen, als Beitrag dazu, dass sie zusammenwächst. Wir wollten zudem keine diskriminierenden Texte, keinen Rassismus, keinen Sexismus, keine Homophobie, keine Gewaltverherrlichung. Das hat leider nicht ganz immer geklappt, aber ich denke, wir haben den Tarif diesbezüglich durchgegeben, indem wir Verstösse gleich thematisierten.»


Puppen statt Publikum


Linus konnte einen Kollegen an Bord bringen, Andreas Erisman, der eine Ausbildung als Veranstaltungstechniker absolviert: «Er hat die ganze Online-Verbreitung für uns gemacht, das war sensationell. Zudem hatten wir einen guten Szenographen dabei, der unter dem Künstlernamen Buxxtebuude arbeitet, die ganze Ausstattung mit den Puppen war eine Anspielung auf die Corona-Situation, die Puppen haben uns sozusagen das Live-Publikum ersetzt. Die Zusammenarbeit mit dem Badhuesli war super. Ich finde die Kulturförderung, wie sie dieses Haus betreibt, grossartig.» Aufgrund der guten Konzeptarbeit aller Beteiligten wurde der Anlass sogar mit Mitteln aus der Kulturpauschale der Stadt-Basel unterstützt. Linus will, nach dem erfolgreichen ersten Anlass, weiter machen, nicht nur in Basel – sondern im ganzen Land.


Begleitete Dreiergruppen


Der Anlass war also eine gelungene Sache, dennoch: er musste halt ohne Live-Publikum stattfinden. Das Team des Badhuesli hofft natürlich, dass es nach der Sommerpause wieder richtig losgeht. Trotzdem war tolle Stimmung im Haus, die Szene hat sich getroffen, viele waren ganz bewegt. Roman Hueber, Leiter des Badhuesli: «Es war so wichtig für uns alle, wieder einmal einen Event zu machen, auch wenn es unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden musste, die wir mit den jungen Veranstaltern zusammen geplant und umgesetzt haben. Es durften ja zu keinem Zeitpunkt mehr als 15 Personen im Haus sein.» Die Teilnehmer*innen traten in Dreiergruppen an. Während sie im Haus waren, wurden sie permanent von einer Koordinationsperson begleitet. Wo es notwendig war, waren zum Schutz rollbare PVC-Wände installiert. So wurden die Akteure*innen zunächst in eine Wartezone gelotst, dann zum Auftritt schliesslich wieder ins Freie hinaus, wo es Pizza von Vito und Bier gab. «Es war so toll zu sehen, wie die Künstler*innen den Anlass geschätzt haben, das macht in schweren Zeiten wieder mal Mut,» so Roman.


Nachzuhören unter unten eingebetteten Video:



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