Vorwort Winter-Newsletter JuAr Basel 12/2020


Liebe Leserinnen


Liebe Leser


Liebe Alle


Liebe Freundinnen und Freunde von JuAr Basel


Es ist Adventszeit – und viele Türen sind geschlossen. Auch die Türen der meisten Angebote von JuAr Basel. Keines unserer Jugendzentren ist offen.


Trotzdem kommunizieren unsere Mitarbeitenden mit den Jugendlichen, zumeist mit digitalen Mitteln – oder ganz kleinen Treffen, zu denen man sich anmelden muss, draussen, an einer Feuerschale. Aber in unseren Häusern darf niemand empfangen werden. Auch nicht jenes Mädchen – um nur ein Beispiel zu nennen –, in dessen Elternhaus kein Computer steht, deshalb pflegt sie ihre Hausaufgaben im Jugi zu machen.


Seit dem Lockdown kennen wir diese Dinge, sie haben sich eingespielt.


Aber Christoph Walter von unserer Jugendberatung, die im Moment zum Teil im virtuellen Raum agiert, hat es einmal schön gesagt, bei Gesprächen am Bildschirm werden viele Zwischentöne nicht transportiert, gerade wenn das Gegenüber Probleme hat. Die gesamte Erscheinung eines Menschen, ein Gutteil seiner Körpersprache fehlen, die virtuelle Begegnung hat weniger Tiefe, weniger Tiefenschärfe als die reale. Das Bedürfnis der Jugendlichen nach realen Begegnungen ist natürlich da. Es machte sich bei unserer Jugendarbeit im Auftrag der GGG Stadtbibliotheken bemerkbar, als alle Jugendhäuser geschlossen wurden, die Bibliotheken jedoch geöffnet blieben, unser Team wurde plötzlich von jungen Nutzer*innen überlaufen…


Ich bin weit davon entfernt, die Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor der Pandemie zu kritisieren, sie müssen sein.


Doch in Zeiten, in denen etwas nicht stattfinden darf, tritt die Qualität der Dinge, die plötzlich fehlen, umso klarer zutage. Und den jungen Nutzer*innen der Angebote von JuAr Basel, viele von ihnen sind ja in jenem (für die Persönlichkeitsentwicklung so wichtigen) rebellischen Alter, in dem man sich an den Eltern und an der Schule reibt, den Vätern, Müttern und Lehrpersonen nur wenig erzählt, fehlt eindeutig jenes wichtige Element, das wir in der Jugendarbeit «Beziehungsarbeit» nennen.


Es gibt Phasen im Leben von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, in dem sie allen Autoritätspersonen gegenüber verschlossen sind. In den Angeboten von JuAr Basel öffnen sie sich oft, tauschen sich über ihre Probleme, Sorgen, Nöte, Freuden mit Gleichaltrigen und unseren Mitarbeitenden aus. Diese Orte des Vertrauens, der Entspannung, der niederschwelligen Hilfeleistung, des informellen Lernens, sind nun wieder für einige Zeit ausser Betrieb. Gerade Jugendliche, die aus schwierigen Verhältnissen kommen – und unter unseren Nutzer*innen gibt es davon viele – verlieren einen beträchtlichen Teil ihrer Lebensqualität, wenn die Türen der Jugis verschlossen sind.


Für mich heisst das: Ich kann im Newsletter keine aktuellen Reportagen aus der Offenen Jugendarbeit bringen.


Deshalb schaue ich hier in zwei Artikeln in die Vergangenheit zurück, jene der Jugendarbeit in Kleinhüningen und jene des Umgangs mit Medien, vom Pantoffelkino bis zum Smartphone. Zudem habe ich unsere Finanzchefin Sabine Suter porträtiert, sie hat mir von der Komplexität unserer Administration und Buchhaltung erzählt. Die Geschichte über ein Harry Potter-Projekt mit einer Gruppe Jugendlicher rundet das Ganze ab.


Bleibt mir, Ihnen allen bestmögliche Weihnachtstage zu wünschen – und einen guten Übergang ins 2021, ein Jahr, auf das wir nun alle besonders viele Hoffnungen setzen. Möge der Virus weichen!


Bei all unseren Partner*innen und Unterstützer*innen, den Geldgebenden, bei den vielen engagierten Jugendlichen, Mitarbeitenden, Mitgliedern und Vorständen von JuAr Basel möchten wir uns zum Jahresende ganz herzlich bedanken. Wir freuen uns auf weitere Begegnungen mit Euch/ Ihnen.


Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit unserem Weihnachts-Newsletter.


Herzlich

One Love

Christian Platz, Präsident JuAr Basel

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